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Anleitung: Das Dirndl enger nähen

So verkleinerst du Dirndlmieder und passt den Rock an

Du hast ein Dirndl im Schrank hängen, das dir viel zu groß ist? Wir zeigen dir in wenigen einfachen Schritten, wie du dein Dirndl enger nähst, sodass es dir danach passt. Dabei erklären wir, wie du das Mieder verkleinerst und den Rock danach wieder passend an das Mieder nähst.

Im Rahmen unserer #UpcyclingChallenge stellen wir die unterschiedlichen Möglichkeiten vor, ein älteres Dirndl so richtig auf Vordermann zu bringen. Neue Schürze, das Dirndl weiten oder eben auch ein Dirndl engen, wenn es zu groß ist.

Mehr lesen: Alle unsere Dirndl DIY Anleitungen im Überblick

In diesem Post haben wir ein Vintage Dirndl, das ursprünglich einer Größe 44 entsprach, in eine Größe 38 verwandelt. Dabei haben wir das Mieder nicht nur enger genäht, sondern auch die Schultern sowie das gesamte Mieder gekürzt und den Rock rundherum neu in Falten gelegt. Im letzten Schritt haben wir eine neue Schürze genäht, da unser Vintage Dirndl gar keine hatte, als wir es erworben haben.

Was haben wir geändert:

  • Das Mieder an den Seiten enger genäht
  • Das Mieder in der Taille rundherum gekürzt
  • Die Schulternähte leicht gehoben (vorne 1 cm und im Rücken 2 cm)
  • Den gesmokten Rock komplett aufgetrennt und in Falten gelegt
  • Neue Schürze genäht (es gab vorher dazu keine)

Unverändert sind geblieben:

  • Die Rocklänge
  • Die Knopfleiste und Knopflöcher
  • Die Knöpfe
  • Der Ausschnitt am Mieder
Dirndlschleifchen-Tipp: Bevor es losgeht, mach dir Notizen, notiere deine Änderungen in deinen eigenen Worten, nur du musst sie verstehen. Es hilft wirklich. Du weißt auch nach Wochen noch, was du geändert hast.

Mieder und Rock auftrennen

Wie du auf dem Bild siehst, haben wir das Mieder bereits vom Rock getrennt und den gesmokten Teil des Rocks sowie die beiden Seiten des Mieders aufgetrennt.

Das Oberteil wurde schon einmal geweitet, bevor wir es gekauft haben. Rechts und links wurden damals zwei verstürzte Seitenteile eingesetzt. Beim nächsten Bild ist das gut erkennbar und eine Anregung, ein Mieder zu weiten, wenn die Nahtzugaben nicht reichen. Vorausgesetzt du hast noch passenden Stoff.

Den untersten Knopf haben wir am Mieder entfernt und ihn zum Schluss wieder angenäht.

Das Mieder anpassen und enger nähen

Zunächst hofften wir, es würde reichen, die Seitennähte einfach enger zu nähen.

So schnell und einfach ging es aber doch nicht, denn bei der ersten Anprobe stellten wir fest, dass die Abnäher vorne nicht richtig passten und der Rücken oben zu lang war und der Rückausschnitt nicht schön am Körper anlag.

Wir haben die Overlocknaht am Mieder unten komplett aufgetrennt und versucht, durch die Miederunterseite an die Schulternaht zu gelangen.

Warum kompliziert, wenn es auch einfach gehen könnte? Ging es aber nicht. Änderungen an einem nicht selbst genähten Kleidungsstück sind wie Wundertüten. Du weißt nie, was drin ist und in dem Fall, wie es innen drinnen aussieht.

Das Innenleben der Miedervorderseite (gut zu erkennen an der Einlage)

Also mussten wir zur nächsten Lösung greifen. Wir haben das Mieder durch die Schulternaht nach innen gewendet.

Das Innenleben des Futters (ohne Einlage)

Wir haben, wie schon erwähnt, das Vorderteil an der Schulternaht um 1 cm gekürzt und am Rücken um 2 cm.

Tipp: Es ist nicht einfach bei den vielen Stoffteilen im Auge zu behalten, was Rücken- und was Vorderteil ist. Beim Oberstoff ist es eindeutig, das Vorderteil ist an der Einlage zu erkennen.

Beim Futter wird es komplizierter. Wenn du beide Nähte jeweils um die gleiche Zentimeteranzahl veränderst, ist es auch okay. Wenn du aber wie in unserem Fall das Vorderteil 1 cm und den Rücken 2 cm kürzt, wird es unübersichtlich. Also haben wir uns den Rücken als Eselsbrücke mit einer ganz kleinen Sicherheitsnadel markiert.

Nach den Änderungen haben wir die Nahtzugaben wieder auf einen Zentimeter zurückgeschnitten und gut gebügelt.

Tipp: Ändere erst eine Seite zur Probe. Zum einen siehst du die Unterschiede zwischen der geänderten und unveränderten Seite, zum anderen behältst du den Überblick, wie das Mieder von außen aussieht.

Den Rock in Falten legen

Der in Falten gelegte Dirndlrock, noch sind die Falten nur gesteckt.

Den Rock haben wir neu in Falten gelegt. Dies musst du vermutlich auch tun, um den Rock ans Mieder anzupassen. Eine sehr gute Anleitung zur Faltenberechnung findest du in den Dokumenten, die in unserer Facebook-Gruppe hinterlegt ist. Außerdem wirf doch am besten einen Blick in unseren Artikel, den Dirndlrock in Falten legen, der im Rahmen unserer #DirndlChallenge entstanden ist.

Unser Dirndl hatte im Rock keine rückwärtige Naht. Achte darauf, dass du in so einem Fall die beiden Rockbahnen sorgfältig aufeinanderlegst und die rückwärtige Mitte mit ein paar Stichen markierst.

Die Falten längsseitig schön stecken und beim Nähen darauf achten, dass sie auf der Rückseite nicht umkippen.

Teile den Rock in vier Viertel, damit er zum Mieder passt:

  • ein Viertel rechtes Vorderteil
  • ein Viertel linkes Vorderteil
  • ein Viertel rechtes Rückenteil
  • ein Viertel linkes Rückenteil

Dann müssen je ein Viertel Mieder und ein Viertel Rock aufeinander passen.

So wird übrigens bei jedem Rock der Bund angenäht.

Anpassungen vornehmen

Mieder und Rock steckst du nun zusammen. Sicherlich musst du das Dirndl ein paar Mal anprobieren, bis alles passt.

Bitte beachte, dass unsere neue Schneiderpuppe noch nicht richtig eingestellt war, wie auf den Bildern zusehen. Daher passt der Puppe das Dirndl nicht ganz, uns dafür aber schon.

Erste Anpassung des Mieders an der Taille: Lege das Maßband um die Taille, stecke sie danach mit Stecknadeln ab und ersetze im nächsten Schritt die Nadeln durch Heftfaden zur Taillenmarkierung.

Es folgten bei uns mehrere Anprobedurchgänge. Die diversen Anproben haben wir mit unterschiedlichen Nähgarnfarben gekennzeichnet.

Im Rückenbereich war das Mieder viel zu lang, zu den Seitennähten hin dann weniger. 

Tipp: Vergleiche die Länger der beiden Seitenlänge und vergleiche die Tiefe der Abnäher, falls es welche gibt.

Die Änderungsanprobe solltest du nicht alleine machen. In dem Moment, wo du vor dem Spiegel stehst und den Kopf nach hinten verdrehst, stimmt dein Rücken schon nicht mehr. Begabte (Ehe-)Männer oder die beste Freundin werden dann Teil deines Änderungsateliers.

Neue Dirndlschürze nähen

Wie bei vielen Vintage Dirndl hatte auch unser Dirndl keine passende Schürze dabei. Oftmals sind die Schürzen älterer Dirndl ausgeblichen und haben viele Flecken. Daher ist es immer schön, eine neue Schürze zum Dirndl zu nähen. So kannst du es auch farblich nochmal komplett verändern.

Wir haben uns für einen blauen Trachtenstoff entschieden, da das Dirndl ja bereits sehr rosa ist.

Dieses Mal haben wir die Dirndlschürze in Falten gelegt. Du kannst sie natürlich auch einkräuseln oder smoken. Wie du eine Schürze nähst, haben wir Schritt für Schritt in einem separaten Artikeln erklärt. Du kannst dir dabei auch überlegen, ob du deine Schürze mit einer Dirndlschleife schließt oder mit einer Schürzenschließe.

Mehr lesen: So nähst du Schritt für Schritt eine Dirndlschürze

Mehr lesen: So nähst du eine Schürzenschließe an deine Dirndlschürze

Für unsere Schürze haben wir in der Mitte eine Kellerfalte gelegt und die Falten rechts und links davon ebenfalls zur Mitte.

Fertig ist das upgecycelte Vintage Dirndl. Es passt perfekt und dank der neuen Schürze hat es einen komplett neuen Look erhalten.

Solltest du Fragen zu unserer Anleitung haben oder dir an der ein oder anderen Stelle schwer tun, scheue dich nicht deine Fragen als Kommentar unter diesen Artikel zu stellen. Außerdem kannst du natürlich deine Fragen auch in unserer Dirndl-Facebook-Gruppe teilen.

Wir würden uns sehr freuen, wenn du dein upgecyceltes Dirndl auf Instagram mit dem Hashtag #DirndlUpcycling mit uns teilst.

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